Freitag, 3.Februar 2012

Stark machen gegen Rechtsextremismus in Bildung und Erziehung

Autor(in): Andrej Oelze
Themen dieses Artikels
 
 

Wie begegnet man rechtsextremem Gedankengut in pädagogischen Einrichtungen, in pädagogischen Arbeitsfeldern oder der Erzieherausbildung? Woran erkennt man, wenn ein/e Mitarbeiter/in oder Kollegen/n rechte Gedanken und Neigungen hat? Was tun, wenn Kinder die rechtsextremen Ideen ihrer Eltern wiedergeben und wie können Elternbeiräte vor rechtsextremer Einflussnahme geschützt werden?Und wie reagiert man dann am besten sourverän und richtig?

Die Auszubildenden der Klax Fachschule für Erzieher stellten sich diesen Fragen in einem Projekttag mit dem Thema „Rechtsradikale Strukturen in der Ausbildung und im Berufsalltag von ErzieherInnen“, gefördert von der Amadeu Antonio Stiftung. Referenten der Initiative TeBa (Team für emanzipatorische Bildungsarbeit) erarbeiteten zunächst gemeinsam mit den FachschülerInnen die Dimensionen des Begriffs Rechtsextremismus im Allgemeinen und thematisierten den Rechtsextremismus als ein Phänomen in der Mitte der Gesellschaft.

In Kleingruppen wurden Themen wie „Vergleich zwischen nationalsozialistischer und emanzipatorischer Kinderbuchliteratur unter Einbezug historischer Quellen“, „Rechtsextreme Pädagogik am Beispiel der Heimattreuen Deutschen Jugend“ oder „Rassismus in Kinderbüchern der Gegenwart“ vertieft und erörtert.

Im Anschluss an die Kleingruppenarbeit fand das World-Café statt. Dabei sprachen die Auszubildenden mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Institutionen („cultures interactive“, „Eltern gegen rechts“, Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum und Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin) über Situationen und Herausforderungen, die sich im späteren Berufsleben der angehenden ErzieherInnen ergeben können: Wie gehe ich mit rechten Eltern um, deren Kinder im Kindergarten sind? Wie begegne ich rassistischen Äußerungen von Heranwachsenden bei meiner Arbeit im Jugendclub?

Am Ende zogen die Teilnehmenden der Fachschule eine sehr positive Bilanz des Projekttages, der für viele zu schnell vorbei ging: Die Kleingruppen schafften eine vertrauliche Atmosphäre und ermöglichten eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch das Kollegium der Klax Faschschule zeigte großes Interesse an einer eigenen Fortbildung zu dieser Thematik und wird diese Idee zusammen mit den Auszubildenden in ausführlichen Feedbackgespräch gemeinsam mit den Organisatoren TeBa Ende Februar verfolgen.

 
 

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